Quelle: Havadis
Foto: Freepik
Autor: Burhan Güleryüz

Datum: 27/03/2025
Kategorie: Gesellschaft

Die Herkunft des Wortes “Boykott” und seine Geschichte

Das Wort “Boykott” hat eine interessante, bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Geschichte. Der Begriff wurde nach einem englischen Landverwalter benannt und hat sich bis heute erhalten.

Das Wort “Boykott” entstand in den 1880er Jahren im Zuge eines Ereignisses in Irland. Der pensionierte Hauptmann Charles Cunningham Boycott der britischen Armee war als Landverwalter in der Region County Mayo in Irland tätig. Zu dieser Zeit herrschten in Irland große Spannungen zwischen Landbesitzern und Bauern. Die Bauern befanden sich aufgrund hoher Pachten und ungerechter Landpolitik in einer schwierigen Lage und forderten bessere Bedingungen.

Der Boykottwiderstand der irischen Bauern

Im Rahmen einer von der Irish Land League initiierten Bewegung forderten die von Charles Boycott verwalteten Bauern eine Senkung der Pachtzinsen. Boycott wies diese Forderungen jedoch zurück und vertrieb einige Bauern. Daraufhin rief Charles Stewart Parnell, einer der Anführer der Irish Land League, die Bauern zu einer großen Protestbewegung gegen Boycott auf.

Das Auffälligste an dieser Protestbewegung war, dass sie keine physische Gewalt beinhaltete und ausschließlich durch passiven Widerstand erfolgte. Die Bauern und die lokale Bevölkerung legten Boycotts Geschäfte vollständig lahm. Bedienstete, Arbeiter und Händler weigerten sich, mit ihm zusammenzuarbeiten. Sogar die Post stellte ihm keine Post zu. Diese Situation brachte Boycott so sehr in Bedrängnis, dass er gezwungen war, Arbeiter aus England zu holen. Die während des Prozesses angefallenen Kosten waren jedoch höher als die Einnahmen aus den Produkten.

Die globale Wirkung des Boykotts

Der Name Charles Boycott wurde zum Symbol dieses Widerstands und wurde im Laufe der Zeit als Verb verwendet. Das Wort, das als “Boycott” in die englische Sprache aufgenommen wurde, verbreitete sich schnell in andere Sprachen. Der Begriff, der auch ins Französische, Deutsche und Türkische als “Boykott” übernommen wurde, entwickelte sich zu einem internationalen Konzept, das organisierte Proteste gegen eine Person, ein Unternehmen oder ein Land bezeichnet.

Im 20. und 21. Jahrhundert wurde der Boykott zu einem der wichtigsten Instrumente des zivilen Ungehorsams und der Protestbewegungen. Wirtschaftliche Boykotte gegen das Apartheidregime in Südafrika, Busboykotte unter der Führung von Rosa Parks und Martin Luther King Jr. in den USA und wirtschaftliche und kulturelle Boykotte gegen verschiedene Marken oder Länder in der Gegenwart beweisen die Wirksamkeit dieser Methode.

Der Boykott wurde im Laufe der Geschichte als starke Widerstandsmethode eingesetzt und ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil sozialer Bewegungen.

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